Der Galgo Español
Beschreibung in Kürze
Der Galgo Español ist ein 60–70 cm großer und 20–29 kg schwerer Windhund, der Körper ist langgezogen, der Kopf sehr schmal mit kleinen, dunklen, mandelförmigen Augen, mit ruhigem, sanften und zurückhaltendem Ausdruck. Der Stop ist nur wenig ausgeprägt. Das Ohr ist ein großes, gefaltetes Rosenohr. Bei Aufmerksamkeit sind die Ohren im ersten Drittel halb aufgerichtet mit gefalteten, seitwärts gerichteten Enden. Der Hals hat einen ovalen Durchschnitt. Die Unterlinie zeigt einen langen, mächtigen, gleichmäßig tiefen Brustkorb, bevor der Bauchaufzug ansetzt, der jedoch nicht die Ellenbogen erreicht. Die Rute ist tief angesetzt und kräftig am Rutenansatz. Sie reicht fast bis zum Boden mit einem leichten oft seitlichen Bogen am Ende.
Es sind zwei Varianten des Galgos: die Glatthaarigen und die Rauhhaargalgos. Das Fell ist beim Kurzhaar sehr kurz und fein und hat keine Unterwolle, beim Rauhhaar dagegen mittellang (bis ca. 10 cm), oft struppig und hart. Es ist oft braun gestromt, hellbeige oder schwarz, teilweise mit weißen Teilen an Kopf, Beinen und Rute, jedoch können auch alle anderen Farben vorkommen. Galgos haben quasi keine Fettschicht unter der Haut. Bei gesunder Ernährung zeichnen sich die letzten 2–3 Rippenbögen leicht ab.
Der Galgo wurde ursprünglich zwar für die Hasenjagd gezüchtet, kann aber auch auf Kaninchen und Wildschweine angesetzt werden. Er jagt wie alle Windhunde auf Sicht und fängt seine Beute durch seine ausdauernde Schnelligkeit (60 bis zu 65 km/h) und seine blitzschnellen Wendungen. Auf Grund dieser Schnelligkeit wird er auch bei Windhundrennen eingesetzt. Der Galgo ist etwas langsamer als der Greyhound, aber deutlich ausdauernder und im Gelände wendiger. Deshalb wird er gern für das Coursing genommen.
Wesen
Charakterlich ist er im Allgemeinen ruhig und zurückhaltend, wenn er Zutrauen gefasst hat, aber sehr anhänglich und auf seine Bezugspersonen fixiert. Dem Galgo sind Aggressionen fremd, bei Bedrohungen reagiert er in der Regel mit Flucht. Er ist sehr verträglich mit anderen Hunden und fügt sich problemlos in bestehende Rudel ein. Er ist rassetypisch im Haus sehr ruhig, im Freien entwickelt er – je nach Erziehung und Veranlagung – einen mehr oder weniger ausgeprägten Jagdinstinkt und ein feuriges Temperament. Der Galgo Español ist sehr intelligent, sehr neugierig, für einen Windhund recht gut erziehbar und pflegeleicht. Er stellt keine sehr hohen Anforderungen an den Besitzer, was die Erziehung anbelangt. Er reagiert sehr gut auf positive, bestärkende Erziehungsmethoden. Diese steigern die Bindung an die Besitzer. Mit Druck und Strenge erreicht man bei ihm allerdings gar nichts. Im Allgemeinen ist der Galgo als sehr sanft und gutmütig zu bezeichnen.
Das Bewegungsbedürfnis der Galgos wird oft überschätzt. Sie lieben ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem „Rudel“ und sind zufrieden, wenn sie regelmäßig einen Sprint einlegen können.
Gesundheit
Narkose:
Wichtig! Greys,
Galgos und Podencos dürfen keine Narkose mit Barbituraten bekommen. Barbiturate bauen sich über das Körperfett ab. Da Windhunde prozentual deutlich weniger Fettgewebe besitzen
als Hunde anderer Rassen, wachen sie aus der Narkose nicht mehr auf! Machen Sie bitte Ihren Tierarzt unbedingt vor einer Operation darauf aufmerksam. Eine Narkose kann auch mit anderen
Medikamenten durchgeführt werden.
Die Leishmaniose ist die bekannteste Mittelmeerkrankheit:
Bei dieser Infektionskrankheit werden Parasiten, Leishmanien genannt, von der Sandfliege durch deren Stich auf Mensch
oder Tier übertragen. Nach dem Stich vermehren sich die Leishmanien in den weissen Blutkörperchen von Mensch oder Tier und können die unterschiedlichsten Krankheitssymptome
hervorrufen.
Aus jüngsten Untersuchungen geht hervor, dass die Leishmaniose auch erst nach Monaten oder Jahren ausbrechen kann. Das heisst, dass der Bluttest beim ersten Gesundheitscheck unseres Tierarztes
vielleicht nichts anzeigt, der Hund aber trotzdem Leishmaniose hat. Sollten also irgendwann unbestimmbare Krankheitsanzeichen bei Ihrem Hund
auftauchen, ist es äusserst wichtig, den Leishmaniose-Test zu wiederholen. Eine frühzeitig entdeckte Leishmaniose kann man mit der richtigen Behandlung sehr einfach in den Griff
bekommen.
Die Behandlung einer Mittelmeerkrankheit gehört in die Hände eines Tierarztes. Alternativmedizin (z.B. Homöopathie, Bachblüten) kann diese Behandlung sanft unterstützen.
Scooby - Durch diese Auffangstation in Spanien fand Shiraz den Weg zu uns
Herkunft / Geschichte
Sachliche Hintergründe von Scooby
Ursprungsland: Spanien
Ursprünge: Antike Hunde der Pharaonen
Natürlich gezogen, ungefähr ab dem 15. Jhd.
Die Mittelalter
Der spanische Greyhound entsteht und formt sich im Mittelalter. Bei der fortschreitenden Wiedereroberung Spaniens wurden die wieder bevölkerten Landstriche unter die Herrschaft der christlichen Könige gestellt (Ferdinand und Isabelle). In einem frühen Stadium, in dem die Wiedereroberung die Höhe des Duero Flusses erreichte (9. und 10. Jhd), wurde die unfruchtbare Erde von Altkastilien (Castilla la Vieja) auf private Initiative hin besiedelt. Mönche gründeten Klöster in einsamen Regionen und Gruppen von neuen Siedlern mit dürftigen Mitteln zur Feldbestellung liessen sich auf kleinen Landparzellen in der Nähe dieser Klöster nieder. Das Land wurde so besiedelt, ohne dass es zwischen den Flüssen Duero und Tajo kultiviert wurde.
Weiter südlich formten die Militärorden von San Juan, Santiago, Calatrava, Alcantara, Santa Maria und dem Erzbischof von Toledo eine militärische Klasse, die die erfolgreichste Miliz gegen die Berber und Almohaden (Araber) war. Sie eroberte enorme Landstriche, die im Süden sogar bis zum Guadiana Fluss reichten, und organisierte deren Besiedlung. Die Kultivierung des Bodens und vor allem Schafzucht wurden zum Überlebensfaktor.
An diesem Punkt began was später als zerstörerischte Kraft der spanischen Ökologie angesehen wurde, die aufwendigen Entwaldungsarbeiten durch Viehzüchter und Landwirte, die während des gesamten Mittelalters in Spanien stattfanden. Hasen liessen sich in den kultivierten Feldern nieder. Die enorme Weite von nicht kultivierten Feldern und brachliegendem Land bedeutete einen verstärkten Anreiz und belebte die sowohl in arabischen als auch in christlichen Reichen verbreitete Tradition der Hasenjagd mit Greyhounds. In diesen Zeiten waren Krieg und Jagd eins. Wie David Salamanca sagte, “der Windhund, das Pferd und der Greyhound sind drei grosse Krieger”.
Schützende Gesetze
Ein Beweis der grossen Wertschätzung die dem Greyhound in jenen Zeiten zuteil wurde kann der grossen Anzahl von Gesetzen entnommen werden, die ihren Diebstahl oder Tod bestraften: dem Gesetzbuch (Fuero) von Salamanca (9. Jhd.) , von Cuenca, von Zorita, von Molita de Aragon (12. Jhd.) und von Usagre (12. Jhd.). Im Kartäuserkloster von Slonza gibt es eine auf den 3. November 1081 datierte Handschrift, die über das von Mayor Gutierez bewilligte Geschenk eines Landbesitzes in Villacantol an Diego Citid (den spanischen Nationalhelden El Cid) berichtet in dem zu lessen ist: “Uso galgo colore nigro ualente caetum solicos dae argento” (ein Windhund von schwarzer Farbe mit grossen silbernen Flecken). Das wir diese Art Hund aufgeführt finden gibt uns einen guten Eindruck der hohen Achtung, die ihm entgegengebracht wurde.
Renaissance
Während der Renaissance blieb die Tradition der Windhundhaltung erhalten und ausgeprägt. Martinez del Espinar schreibt in seinem Buch Arte de Ballesteria y Monteria (die Kunst des Bogenschiessens und des Reitens); “es gibt viele Arten, diese Tiere (Hasen) zu erlegen, aber ich will berichten, dass sie sie in Spanien mit Windhunden jagen, denn ihre Hunde sind ausgesprochen schnell, wie auch einige der Hasen sind.” Einige von ihnen entkommen und es ist unmöglich, sie einzufangen; aber wenn sie heute weglaufen heisst das nicht, dass sie nicht zu ihren Lieblingsplätzen zurückkehren; diese Hasen kommen zurück, weil sie ihre Fluchtwege in und auswendig kennen.
Die meisten von ihnen haben ihren Bau in der Nähe eines Wegs oder einer Strasse, an der Ecke eines Dickichts, eines Hügels oder einer Klippe oder eines steinigen Bodens und so können sie von dort bergab fliehen und wenn sie später auf den Berghängen und auf hartem Boden gefangen werden sieht es so aus, als könnten sie fliegen. Die kastillianische Geographie formt den Windhund in der nördlichen Hochebene: Valladolid, Zamora, Avila, Salamanca, Segovia, Soria, Burgos und Palencia; so wie auch die südliche Hochebene: Toleda, Cuenca, Guadalajara, Madrid und Ciudad Real. So sehen wir den Windhund in all diesen flachen Zonen verbreitet, in denen ein Bluthund ihm nicht das Wasser reichen kann.
Kreuzung mit dem irischen Windhund
Der spanische Galgo hat die grössten ökologischen Angriffe all unserer heimischen Rassen erlitten, durch unterschiedsloses Kreuzen mit dem Greyhound. Diese Halbrassen oder Kreuzungen waren der Mittelpunkt von sozialen Ereignissen der Bourgeoisie und dem Adel zu Beginn des 20. Jhds. Bei Wettkämpfen und –spielen in Fresno, Venta la Rubia, La Ina, Algete und Logosos liessen sich die gut situierten Klassen der Gesellschaft diese Art von Windhund-Entertainment nicht entgehen. Der Gründungspräsident des Reservats (Coto) La Ina im Jahr 1919 war Juan Pedro Domech.
Im Jahr 1911 beeilte sich die Real Sociedad Canina (der königliche Verein für Hundezucht), dem einen offiziellen Charakter zu geben, was angesichts der Tatsache, dass die Königin Dna. Victoria Eugenia einen Galgo unter ihrem Namen in einem der Rennen startete und dass verschiedene Mitglieder der königlichen Familie begeisterte Zuschauer waren, nur verständlich war. Das Erscheinen des Anglo-Spaniard, den englisch-spanischen Mischlings, führt dazu, dass die grosse Liebe zur Jagd, die die Erlegung des Hasen beinhaltet, verloren geht. Jetzt geht es nur noch um das Spektakel des Rennens.
Die Annalen der Real Sociedad Canina werden zur verpflichtenden und konstanten Referenz im Hinblick auf die sehr detaillierte Entwicklung des Wettkampfs und werden so selbst zu einem Komplizen der Kreation dieser Halbrassen, denen die typischen morphologischen Kennzeichen fehlen, deren Schnelligkeit nicht die Widerstandskraft, die ländlichen Charakter und die Zähigkeit des authentischen spanischen Galgos aufwiegt. – Eduardo de Benito
Die Bezeichnungen “galgo” und “Windhund” werden nun synonym für die gleiche Art Hund gebraucht, dies war jedoch nicht immer so. Unterlagen zeigen uns, dass der Lebrel (Windhund) des 15. Jhds. mittelgross war, einen eher dicken und langen Kopf sowie einen voluminösen Bauch und kräftige Flanken hatte, wie wir dem Buch Gaston Phoebus über Jagd entnehmen. Im Laufe der Zeit änderte sich der Körperbau des Galgos und gleichzeitig wurden die beiden Bezeichnungen untrennbar.
Hunde- Geschichte
Es sind drei Arten des spanischen Galgos bekannt: die Glatthaarigen, die Langhaarigen (die praktisch nicht existieren) und die Rauhhaargalgos. Von diesen dreien finden wir am ehesten die erste Variante auf Hundeschauen, den Prüfungen und Wettkämpfen, die auf Hundeplätzen stattfinden.
Der iberischen Geographie, der Trockenheit unserer Felder und unserem launigen und widerspenstigen Klima perfekt angepasst hat sich der glatthaarige Galgo mit der Zeit als ideale und am besten angepasste Variante erwiesen. Die Natur hat es übernommen, eine Rasse herauszubilden, die perfekt den Angriffen wilder Tiere und den Schürfungen durch Dornen und Steinen widersteht. Der Galgo erinnert uns immer noch an diese ehemalige Hunde der Pharaonen, die in den Gräbern des alten Ägyptens gefunden wurden.
Ohne allzu grosse Angst vor falscher Information können wir ihnen versichern, dass der spanische Galgo von den Vertades Romano abstammt, den die Römer mit nach Spanien brachten. Dieser wiederum stammt vom ägyptischen Windhund ab und wir sollten uns daher nicht wundern, dass der spanische Galgo dieser pharaonischen Rasse ähnelt. Der einzige erkennbare Unterschied sind die Ohren, die bei den ägyptischen Hunden aufrecht standen, während die des Galgos seitlich herunterfallen.
Eine andere Hypothese geht davon aus, dass die Kelten den Galgo mit auf die Halbinsel brachten, als sie sich in Galicia niederliessen, und daher kommt im Lateinischen auch der Name des Galgos, Canis Callicus. Sicher ist, dass der Galgo von den alten ägyptischen Hunden abstammt. Es gibt noch eine nicht so logisch erscheinende Annahme, nach der der Windhund vom Sloughi abstammt und im 9. Jhd. mit den Arabern nach Spanien kam. Jüngere Forschungen haben die Möglichkeit hervorgehoben, dass 2 Arten ähnlicher Hunde von zwei verschiedenen Herkünften kamen (den Römern und den Kelten) und das spätere Kreuzungen zwischen ihnen über die Jahre hinweg die bestehenden Unterschiede zwischen den Greyhounds und den Galgos erklären.
Der Geschichtliche Hintergrund
Um die tragische Situation der Galgos (Spanischer Windhund) heute in Spanien besser verstehen zu können, müssen wir zuerst in die Vergangenheit zurückkehren.
Vom Hochadel an den Rand der Gesellschaft
Man nimmt heute an, dass die Galgos von den Arabern nach Spanien mitgebracht wurden. Ihren Ursprung haben sie wohl bei den Sloughis, ein in Nordafrika beheimateter Windhund. In ihren Ursprungsländern wurden diese Tiere hoch verehrt, vergleichbar mit dem Saluki, einem nahen Verwandten der Galgos, die nur von Scheichs gehalten werden durften. Es war eine große Ehre, wenn ein Gast einen solchen Hund als Geschenk erhielt. Diese Tradition wurde von den Spaniern übernommen. Zu Anfang waren Galgos edle Tiere, deren Haltung nur dem Adel vorbehalten war. Die Tiere wurden bei großen Jagden eingesetzt. Personen niederer Herkunft waren mit der Versorgung der Tiere beauftragt. Sie machten sich mit einigen Tieren aus dem Staub und begannen wahllos Galgos zu vermehren.
Von diesem Moment an war der Galgo kein edler Hund mehr, der nur dem Adel vorbehalten war, sondern ein Hund, der mit den untersten Schichten der spanischen Gesellschaft in Verbindung gebracht wurde. Etwa gleichzeitig begannen die adeligen Schichten in Südspanien damit, Greyhounds aus Irland zu importieren. Ihnen imponierte die große Schnelligkeit, die dem Galgo fehlte. Das Resultat aus dieser Kreuzung war eine neue anglo-spanische Rasse. Das Kuriose dabei war, dass diese Rasse als „englischer Greyhound“ bekannt wurde, obwohl ihre Vorfahren nicht aus England kamen, sondern aus Irland.
Abermals waren es Menschen aus den niederen Schichten, die die Tiere betreuten. Sie ließen ihre eigenen Hündinnen von den irischen Greyhounds, die sie pflegen, decken. Die Zahl der Kreuzungen aus dem spanischen Galgo und dem irischen Greyhound stieg explosionsartig an. Das irische Blut bringt die Geschwindigkeit, das spanische Blut die Ausdauer, beides wichtig für die Jagd. Heutzutage, abhängig von der Gegend in der gejagt wird, ist ein englischer Greyhound besser als ein spanischer, oder umgekehrt. In den großen Jagdgebieten in Andalusien, wo die Hasen klimatisch bedingt ganzjährig Nahrung im Überfluss finden, wird zum Beispiel der englische Greyhound bevorzugt. Ihre Geschwindigkeit und Energie ist größer, die Hatz auf den Hasen ist kurz. Ganz anders in den Provinzen Kastillien und Leon und Kastillien La Mancha, hier sind die Hasen weitaus abgehärteter und ausdauernder, die Hatz deutlich länger, drei bis vier Minuten. Hier kommt der spanische Galgo zum Einsatz, seine größere Ausdauer und Härte wird genutzt.
Wirtschaftliche Einflüsse auf die Misere der Galgos
Als im zwanzigsten Jahrhundert die Zahl der Galgos explosionsartig anstieg, war es für jeden Haushalt möglich einen dieser Hunde zu halten und zur Jagd einzusetzten. Einen Galgo zu besitzen bedeutete für eine Familie weniger Hunger leiden zu müssen, da er eine ergänzende Quelle zur täglichen Nahrungsbeschaffung bedeutete.
Aber was tun, wenn der Hund zu alt bzw. zu langsam für die Jagd wurde. Für die Besitzer der Hunde stellte sich diese Frage tatsächlich, da sie zu arm waren um die Hunde länger zu unterhalten als sie ihnen nützten. Aber wie? Gewehre waren teuer und nur in reichen Haushalten anzutreffen. Erhängen wurde zur gängigsten Methode, da sie die einfachste und billigste war, sich der Hunde zu entledigen. Das Erhängen der Galgos in Spanien kommt also aus einer Zeit der Armut, in der die ökonomischen Gegebenheiten die Besitzer zu solchen Handlungen zwangen, während es in heutiger Zeit der pure Sadismus der Besitzer ist, der diese Tötungsart aufrecht erhält. Alternativen zu diesem grausamen Ritual gibt es heutzutage genug.
Während des Franco Regimes begann eine große Landflucht, die Menschen wanderten in die Städte ab, um Arbeit zu finden. Die Arbeiter, die Zerstreuung und Abwechslung suchten, kamen sehr bald auf die Idee sich die Fähigkeiten der Galgos zu Nutze zu machen, indem sie die Hunde bei Hunderennen einsetzten. Die Menschen suchten nach geeigneten Plätzen, um mit einer Gruppe Galgos Rennen zu veranstalten. Hunderennen erfreuten sich innerhalb kurzer Zeit großer Beliebtheit, die aus England bekannte Begeisterung brach auch über Spanien herein. Was als Amateursport begann, wurde Ende der 70 - er Jahre professionell organisiert, Spanien besaß nun 16 Rennbahnen. Im Jahr 2006 wurde die letzte Rennbahn, “Meridiana” in Barcelona, geschlossen. (Das Tierheim Scooby übernahm 100 irische Greyhounds von dieser Rennbahn. Bereits 1999 waren wir bei der Schließung von zwei Rennbahnen behilflich, Palma de Mallorca und einer weiteren Rennbahn in Barcelona). Alle Greyhounds, die auf den Bahnen zu finden waren, wurden aus Irland importiert.
Zu Beginn der 80 - er Jahre hatten sich die wirtschaftlichen Verhälnisse in Spanien deutlich verbessert. Viele Städter konnten sich nun einen Zweitwohnsitz auf dem Land leisten, zumeist in der Gegend aus der die Familie einst geflohen war. Ebenso profitierte die Landbevölkerung von dem wirtschaftlichen Aufschwung. In beiden Bevölkerungsschichten finden sich viele Galgobesitzer. Die alte Tradition, die Galgos am Ende der Jagdsaison zu entsorgen (erhängen, aussetzen, in Tierheime geben), behielt man bei.
Das 21. Jahrhundert
Die Lage hat sich deutlich zugespitzt. Im 21. Jahrhundert sind die Probleme bezüglich der Galgos in Spanien sehr komplex. Es existieren Massenzuchtbetriebe in denen in diskriminierender, missbräuchlicher Form Galgos gezüchtet werden, um die stetige Nachfrage durch Jäger zu befriedigen. Die Hunde wachsen unter armseligsten hygienischen Bedingungen auf und haben fast keinen Kontakt zu Menschen. Sie werden weder geimpft, noch regelmäßig entwurmt und haben keinen anderen Wert, als den des reinen Jagdinstruments. Die Behörden bleiben untätig und es gibt keinerlei Kontrollen. Diese Hunde werden zum größten Teil auf großen Farmen (Welpen-Fabriken) gezüchtet. Galgos zu züchten ist einfach, ein Rüde, eine Hündin und einen überdachten Bereich, mehr braucht es nicht. Als Futter bekommen die Tiere in der Regel trockenes Brot. Das lässt die Leute glauben, die Galgo-Zucht sei völlig kostenfrei. Auf so einfache Weise ist garantiert, dass der Nachschub an Galgos für die nächste Jagdsaison problemlos produziert werden kann und man sich keine Gedanken darüber machen muss, seine Tiere auch im nächsten Jahr noch zu behalten, weil man dann wahrscheinlich schon wieder frisches Blut für die nächste Jagdsaison hat.
Ende Januar ist die Jagdsaison vorbei, dann tauchen Rüden und Hündinnen vor dem Tor des Tierheims auf. Das Durchschnittsalter der ausgesetzten Hunde liegt bei zwei bis drei Jahren. Ab April kommen überwiegend Hündinnen. Die Erklärung hierfür ist denkbar einfach. Sie wurden noch gebraucht um für die folgende Saison neue Hunde zu produzieren. Die Rüden werden, sobald sie gedeckt haben, nicht mehr gebraucht. Die Tiere, die große Jagderfolge verbuchen konnten, werden zur Zucht eingesetzt. Sie bleiben länger bei ihren Besitzern, manche bis zum Alter von acht Jahren. Aber ganz selten findet man einen Galgo, der älter als acht ist, noch bei seinem Besitzer.
Die heutige Situation
Die Tragödie der Galgos besteht aus zwei Tatsachen: Die unkontrollierte Vermehrung und das massive Aussetzen am Ende der Jagdsaison.
Die Fakten
Eine Untersuchung der “World Society for the Protection of Animals” (WSPA) in den Jahren 2001 und 2002 ergab, das zehntausende von Galgos jährlich in Spanien in der Hoffnung gezüchtet werden, dass einer von ihnen der nationale Coursing Champion wird. Medina del Campo ist das Zentrum für alle, die sich in Spanien für Coursing interessieren. Viele “Galgueros” (Züchter und Besitzer von Galgos) leben in und um Medina del Campo.
Bis zum Jahr 2001 war es ein jährliches Ritual der “Galgueros” ihre Galgos am Ende der Coursingsaison (Januar/Februar) zu töten. Sie wurden in Massen in den Pinienwäldern im Großraum Medina del Campo erhängt. Fermín Pérez und die WSPA erarbeiteten eine umfangreiche Fotodokumentation und die WSPA erstellte einen Bericht über die Behandlung der Galgos in Spanien.
Seit dem Jahr 2001 begannen die “Galgueros” ihre ungewollten Galgos in das Tierheim Scooby zu bringen, mit dem Ergebnis, dass Scooby im Durchschnitt 450 Hunde beherbergt, der größte Teil davon sind Galgos. Scooby garantiert, dass alle Tiere kastriert sind und von einem Tierarzt untersucht werden. Scooby vermittelt Galgos und andere Hunde mit Hilfe von europäischen Partnerorganisationen.
Praktisch kann in Spanien jeder Galgos züchten, die einzige Grundvoraussetzung ist der Besitz eines Rüden und einer Hündin. Es gibt keinerlei Kontrollen von Seiten der Behörden. Es ist überflüssig zu sagen, dass es ein Gesetz gibt, denn niemand hält sich daran und es gibt keinerlei Kontrolle über Verstöße oder Zuwiderhandlungen. Dies alles geschieht, weil es keine Möglichkeit gibt die Verstöße zu kontrollieren. Jedes einzelne Tier muss identifizierbar sein – was nicht der Fall ist. Die Züchter müssen dazu gebracht werden ihre Tiere zu registrieren, um die Zucht zu regulieren. Die Galgozucht wird in Spanien exzessiv betrieben – eine riesige Population von Hunden, die nie die Möglichkeit haben werden ein Zuhause zu finden – darum haben wir uns entschlossen eine neue Richtung einzuschlagen um das Problem der “UNKONTROLLIERTEN GALGOZUCHT” an den Wurzeln zu packen.
Die Konsequenzen
Wir von Scooby erhalten von unzähligen Menschen Anrufe, ob wir nicht ihre Hunde übernehmen können. Wir bekommen in der Regel zwei- bis dreijährige Galgos, manchmal auch ältere Tiere oder Hunde aus schlechten Haltungsbedingungen. Einige dieser Hunde landen bei Vereinen wie Scooby. So haben sie zumindest eine Chance auf eine Zukunft, andere landen in den so genannten "Perreras" (Tierheim und Tötungsstation), wo die meisten von ihnen mit tödlichen Injektionen eingeschläfert werden. Einige sterben bei Verkehrsunfällen, einige werden erschossen, andere gehängt – das Erhängen von Tieren in Spanien wird trotz aller Kampagnen weiterhin betrieben. Für die Besitzer der Galgos sammeln wir lediglich ihren Müll ein. Für sie bedeutet ein Hund nach Ende der Jagdsaison nichts anderes als Müll, dessen man sich möglichst schnellsten entledigen muss. Wir geben ihnen die Möglichkeit sich “reinen Gewissens” ihrer Tiere zu entledigen und sich der Verantwortung für sie zu entziehen. Gleichzeitig haben sie auch noch das Gefühl etwas Gutes getan zu haben.
Die "Lösungen"
Diese Fakten hatten wir vor Augen, als wir uns entschlossen auf vielseitige Art und Weise zu operieren. Es ist wichtig die Hunde aufzunehmen und für sie ein neues Zuhause zu finden – wir haben im Hinterkopf, dass jeder, der diese Seiten liest, eine große Rolle darin spielt. Weiterhin liegt die oberste Priorität darin, dass alle Leser die Kampagnen gegen die unkontrollierte Vermehrung der Galgos unterstützen. Es darf einfach nicht passieren, dass jemand 15 Galgos hat, zwei Tiere behält und die restlichen 13 Hunde entsorgt. Die Züchter müssen lebenslang die Verantwortung für ihre Tiere übernehmen. Die Organisationen, die die Galgos übernehmen, dürfen nicht diejenigen sein, die darunter “leiden”, dass andere sich ihrer Verantwortung entziehen.
Wenn ich sage “leiden”, dann meine ich es im Zusammenhang mit den begrenzten Möglichkeiten. Ganz gleich, wie viel ein Einzelner zu leisten im Stande ist und zu helfen vermag, ganz gleich, wie groß ein Tierheim ist, es gibt immer Galgos, die nicht aufgenommen werden können, weil es ein begrenztes Platzangebot gibt, weil nicht genug helfende Hände vorhanden sind, weil das Tierheim nicht überfüllt werden sollte, oder ....
Wir müssen an den Punkt kommen, wo die Gesetze respektiert und eingehalten werden - Gesetze, die für jeden Tierhalter Gültigkeit haben müssen, ... und Gesetze, die nicht nur für Haustiere gelten, sondern auch für Jagdhunde. Spanien hat Gesetze erlassen, deren Einhaltung nicht kontrolliert wird, da sie keinen politischen Erfolg mit sich bringen. Unser Ziel ist es die Menschen sowohl in unserem Schulungszentrum, als auch mit Besuchen in den Schulen aufzuklären und, wenn die Zeit es uns erlaubt, Kampagnen zu starten, um das Bewusstsein zu schärfen und die Mentalität zu ändern.
Der Diebstahl von Galgos
Der Diebstahl von Galgos ist in der Welt der "galgueros" (Jäger, die Galgos besitzen) ein bedeutendes Problem.
Nach Polizeiberichten ist der Galgo die in Spanien am häufigsten gestohlene Hunderasse. Die spanische Polizei spricht von 1200 Galgo-Diebstählen im Jahr 1998, aber wir gehen davon aus, dass dies nur die Spitze des Eisbergs ist und nur ca. 20 % der Gesamtzahl darstellt.
Im allgemeinen halten es die Jäger für unnütz, eine Diebstahlsanzeige bei der Polizei für einen Hund zu machen, den man sehr wahrscheinlich eh niemals wiederfinden wird. Darum bestehen wir darauf, dass die Hunde gekennzeichnet werden sollen, so dass ihr Besitzer sie im Falle eines Diebstahls wiederfinden kann.
Natürlich sind es nur die besten Rennhunde, die den Dieben in die Hände fallen, niemals die weniger erfolgreichen (diese werden eher ausgesetzt oder bei Scooby abgegeben). Darum gehen wir davon aus, dass es sich um eine organisierte, mafia-ähnliche Bande handelt die hinter den Hundediebstählen steckt da sie sehr gut informiert ist, welche Galgos es sich zu stehlen lohnt. Jeder in Spanien weiss, dass es abseits gelegene Schuppen gibt, wo gestohlene Rennhunde zum Kauf angeboten werden.
Es kommt sogar vor, dass Galgos während des Rennens gestohlen werden. Die Diebe verstecken sich entlang der Rennstrecke und fangen die Hunde, wenn sie an ihnen vorbeilaufen. Die Hunde werden dann mit Vollgas in einem Geländewagen abtransportiert, ein sehr gefährliches Unternehmen. Häufig sind es Zigeuner, die diese Art Kidnapping durchführen und einige Hunde dann an die Bauern verkaufen und andere für sich selbst zur Jagd behalten.
Nach Aussagen einiger Galguéros werden die Hunde mehrmals bis zur völligen Erschöpfung eingesetzt. Dann werden sie ausgesetzt oder Schlimmeres passiert. Und der Diebstahl anderer Hunde geht weiter.
Der Weg der gestohlenen Galgos ist bekannt. Von Kastillien und dem Ort wo wir uns befinden aus werden sie nach Süden, nach Madrid, Toledo und Andalusien transportiert. Die in Toledo gestohlenen Hunde gehen in den Norden, in Richtung Kastillien und die in Andalusien gestohlenen Tiere gehen in Richtung Extremadura und umgekehrt. Gerüchten zufolge ist es nicht auszuschliessen, dass einige Hunde über die Grenze gehen, aber das ist noch nicht bewiesen.
Bei Durchsicht unserer Website werden Sie feststellen, dass die Situation der Galgos sehr kompliziert ist und Lösungen schwer zu finden sind. Wir kennen die Geschichte des Galgo-Diebstahls durch die Aussagen von Galguéros. Da die Galgos nicht gekennzeichnet sind sind wir davon überzeugt, dass die gestohlenen Tiere ihren Besitzern nie zurückgegeben werden können. Wir berichten hier von einer in der Galgowelt kursierenden Geschichte. Dies ist die Methode, die Jäger, die einen gestohlenen Galgo besitzen, anwenden, um das Vertrauen des Hundes zu gewinnen, damit er nicht zu fliehen versucht. Der Hund wird zunächst 2 bis 3 Tage lang ohne Nahrung im Dunkeln eingesperrt. Dann lässt man ihn frei und flösst ihm Milch, vermischt mit dem Urin seines neuen Besitzers, ein. So akzeptiert der Hund den Menschen und sieht ihn als seinen neuen Herrn an.
Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte lässt sich nicht überprüfen, aber es ist sicher, dass die Nachlässigkeit der spanischen Behörden gegenüber bewaffneten Jägern, die einen gestohlenen Hund besitzen und gegen die Jagdregeln verstossen (z. B. indem sie tragende Hasen bzw. Muttertiere jagen) binnen kurzem eine Störung der öffentlichen Ordnung mit sich bringen wird.
Quellen:
www.scoobymedina.com (siehe Links)
www.newgraceland.com (siehe Links)
wikipedia
Übrigens - auch zwischen Galgos und Katzen können sich innige Freundschaften entwickeln, wie man unschwer erkennen kann!!!


