Aussehen

Mit freundlicher Genehmigung von

Frau Karin Hughes-Dentler / www.ig-ragdoll.de

Text: Claudia & Joe Ley

Die Ragdoll ist eine ausschließlich blauäugige, mittelgroße Masken- oder Pointkatze mit muskulösem Körperbau und kräftiger Knochenstruktur. Sie kommt in den drei traditionellen Zeichnungsvarianten Bicolour, Mitted und Colourpoint sowie in vier Farben Seal, Blue, Chocolate und Lilac vor. Seit jüngster Zeit kommt aus den USA noch eine weitere Zeichnungsvariante - (Tabby) Lynx genannt -, drei ergänzende Farben - Red, Cream und Tortie - und alle daraus resultierenden Farbschläge hinzu.

Die Bicolour ist die Ragdollvariante mit dem größten Weißanteil. Auffällig ist das umgekehrte "V" im Gesicht. Laut FIFé-Standard darf dieses "V" in seiner Größe variieren, sollte aber höchstens bis zum äußeren Augenrand reichen. Perfekt ist es, wenn es in seiner Form harmonisch und gleichmäßig ist. Weiß sollten alle vier Beine und der Bauch sein. Die Farbe auf dem Rücken sollte heller als die Pointfarbe und im Idealfall gleichmäßig durchgefärbt sein. Allerdings wird ein weißer Fleck auf der Rückendecke nicht als Fehler angesehen und standardmäßig toleriert. Die Nase und die Fußballen sind rosa.

Die Ragdoll mit dem zweitgrößten Weißanteil ist die Mitted. Sie wird von Katzenfreunden häufig mit der Heiligen Birma verwechselt. Das liegt daran, dass sie sich auf den ersten Blick ähnlich sind. Bei genauerer Betrachtung sieht man aber deutlich die Unterschiede zwischen den Beiden. Die Mitted zeigt an den Vorderbeinen weiße Handschuhe und an den Hinterbeinen weiße "Stiefel", deren Weißanteil mindestens bis zur Ferse und höchstens bis zur Mitte des Oberschenkels reichen sollte. Ein absolutes Muss ist das weiße Kinn. Von hier aus verläuft ein weißes Lätzchen und anschließend ein weißer Streifen über den Bauch bis zum unteren Schwanzansatz.. Der Bauchstreifen darf beliebig breit, aber nicht unterbrochen sein. Auf dem Nasenrücken darf die Mitted-Ragdoll mit oder ohne weißen Streifen (Blesse) sein, d.h. das Vorhandensein einer Blesse darf bei der Bewertung der Mitted-Ragdoll standardmäßig keine Rolle spielen. Die Fußballen sind rosa und der Nasenspiegel muss von der selben Farbe wie die Pointfarbe sein.

Die Ragdoll-Colourpoint darf keine weiße Farbe zeigen. Die Farbverteilung ist die selbe wie bei der Perser-Colourpoint oder der Siamkatze. Der Unterschied liegt hier lediglich im Körperbau, dem Kopftyp und der Felllänge. Die Pointfarbe der Ragdoll-Colourpoint zeigt sich im Gesicht, an den Ohren, den Pfoten und am Schwanz. Die Pointfarbe ist dunkler, als die Körperfarbe. Die Fußballen und der Nasenspiegel sind analog der Pointfarbe.

Grösse und Gewicht

Die Ragdoll soll mittelgroß und kräftig sein. Der Körperbau soll aber insgesamt harmonisch wirken. Kater sind deutlich größer als Kätzinnen. Ein normalgewichtiger Kater wird meist ein Gewicht von 6 - 8 kg und eine normalgewichtige Kätzin ein Gewicht von 4 - 5 kg nicht überschreiten. Kastraten hingegen können 1 - 2 kg mehr auf die Waage bringen. Häufig hört man von Ragdollkatern die 12 kg wiegen sollen. Solche Gewichte sind aber eher die Ausnahme. Sicherlich wird es die ein oder andere Ragdoll geben, die die eben beschriebenen Normalgewichte überschreitet, ohne dick zu sein.

Gewicht und Größe sollten nicht zusammen in einen Topf geworfen werden. Gewicht sagt nicht unbedingt etwas über die Größe einer Katze aus. Eine übergewichtige und vom Körperbau her eher zierliche Ragdoll kann schließlich das selbe Gewicht haben, wie eine normalgewichtige kräftig gebaute Ragdoll. Die Lebensqualität einer übergewichtigen Katze ist allerdings deutlich eingeschränkt und dessen sollte sich jeder Katzenbesitzer bewusst sein.

Entwicklung

Die Entwicklung dieser Maskenkatze verläuft langsam und so richtig "fertig" ist sie erst mit vier Jahren. Natürlich gibt es da auch Unterschiede, denn einige Ragdolls entwickeln sich im 1. Lebensjahr sehr schnell, dann kommt die Entwicklung zum Stillstand und sie "füllen" sich nur noch. Andere wiederum wachsen langsam und brauchen auch gut vier Jahre bis ihre Entwicklung vollständig abgeschlossen ist.

Auch die Farbentwicklung der Ragdoll dauert lange. Die Babies kommen ganz weiß zur Welt und in den ersten Lebenstagen färben sich bei den Colourpoints und Mitteds zunächst die Öhrchen und das Näschen dunkel ein. Die Bicolours zeigen zuerst nur an den Öhrchen Farbe; das Näschen bleibt immer rosa. Erst dann kommen langsam die Points hervor. Die Ragdoll ist oftmals erst mit 3-4 Jahren endgültig ausgefärbt.

Als Spätzünder könnte man diese bezaubernde Halblanghaarkatze schon bezeichnen, was aber auf keinen Fall negativ anzusehen ist.